Die Zeitschrift [sic!]Forum für Feministische GangArten
Die Zeitschrift [sic!] Forum für Feministische GangArten
Die Zeitschrift [sic!] Forum für Feministische GangArten gibt es seit November 1993.
Das Hauptanliegen ist es, linke, offensiv feministische Gegenöffentlichkeit in allen gesellschaftspolitischen Kontexten herzustellen.
Gegründet und realisiert wurde sie von Ursula Kubes-Hofmann, die seit neun Jahren die Redaktion und Organsiation macht.
Ursula Kubes-Hofmann ist als Wissenschafterin, Kulturpublizistin und politische Essayistin seit den siebziger Jahren in der österreichischen Alternativ-Medien-und Kulturszene präsent ebenso als feministische politische Aktivistin. Sie ist Mitinitiatorin der ältesten autonomen Frauenprojekte (Wiener Frauenverlag [jetzt Milena-Verlag], Wiener Frauencafé, erste Uni-Frauengruppe in Wien) und engagiert sich seit Ende der sechziger Jahre für Frauen und deren Bildungs-und Berufszugänge. Zwischen 1977 und 1982 war sie redaktionelle Mitarbeiterin und Autorin der AUF- eine Frauenzeitschrift, die älteste feministischen Zeitschrift im deutschsprachigen Raum seit der Neuen Frauenbewegung. Als Autorin der an.schläge in den achziger Jahren trat sie ebenfalls hervor.
Zuletzt hat Ursula Kubes-Hofmann das Feministische Grundstudium, einen viersemestrigen Lehrgang mit universitärem Charakter (gem. §27 u. 28 UniStG) in Österreich inhaltlich/methodisch konzipiert und die organisatorischen Rahmenbedingungen gemeinsam mit der Leiterin der Volkshochschule Ottakring, Michaela Judy, geschaffen. Zielgruppen sind Frauen mit abeschlossener Berufsausbildung, die in den Bereichen „Frauenförderung“, „Gleichstellung“ und „Gendermainstreaming“ tätig sind. Das betrifft Arbeitsfelder sowohl des öffentlichen Bereichs, der Privatwirtschaft, sowie des gesamten Schul- und Ausbildungswesen. Ein weiterer Focus liegt auf Zielgruppen, die in internationalen NGO´s tätig sind.
Dieser Lehrgang ist im Bundesinstitut für Erwachsenenbildung in Salzburg/St. Wolfgang/Strobl seit Januar 1998 implementiert. Im Jänner 2004 beginnt bereits der vierte Lehrgang.
Nun aber zur Zeitschrift [sic!] Forum für Feministische GangArten:
Zunächst wurde ein eigener Verein [sic!] Forum für Feministische GangArten gegründet. Engagierte Frauen in Österreich, wurden als Mitherausgeberinnen von [sic!] gewonnen: die Politologin Dinek Cinar, die Malerin, Objekt- und Performance-Künstlerin Renate Bertlmann und Michaela Judy, Erwachsenenbildnerin, Supervisorin, Groupworkerin und Direktorin der
Volkshochschule Ottakring, deren Schwerpunkt auf Interkulturalität speziell im Zusammenhang mit Migration aus Südost- und Osteuropa und im
frauenspezifischen Kontext steht.
Zu den Herausgeberinnen gehört seit 1996 auch Ursula Kubes-Hofmann.
Ihre Energie und Überzeugung, ein autonomes, also finanziell an keine Institution gebundenes, feministisches Medium mit hohem journalistischen Anspruch machen zu können, ließen [sic!] Wirklichkeit werden. Ein Projekt, das auch heute noch, neun Jahre später, unabhängig ist und als Medium kritischer feministischer Gegenöffentlichkeit einen wesentlichen Beitrag für demokratische Kultur in Österreich darstellt.
[sic!] Forum für feministische GangArten versteht sich darüber hinaus als Medium zur politischen und kulturellen Bildung von Frauen, fördert Frauen im journalistischen und öffentlichen Kontext und ist in der österreichischen Presselandschaft ein - notwendiges - Forum kritischer Meinungsbildung und Auseinandersetzung.
Vernetzung zwischen Feministinnen unterschiedlichsten Alters und beruflicher Qualifikationen, Publikationsmöglichkeit zur Zeitgeschichte und Genderforschung und die Anwendung eines Verständnisses von Feminismus, das sowohl patriarchale Macht- und Herrschaftsverhältnisse in Frage stellt als auch feministische Widerstandpraktiken sichtbar macht: Das sind weitere Aufgaben, die sich [sic!] gestellt hat.
Diese Qualität erreicht [sic!] durch das Engagement vieler Frauen: Frauen, die für [sic!] schreiben, administrieren, organisieren, PR-Arbeit machen - unbezahlbare Kompetenzen, die weitgehend kostenlos zur Verfügung gestellt werden. [sic!] exisitiert aber vor allem durch ihre Leserinnen. Alle jene kritischen, politisch und feministisch bewußten Frauen, die ein öffentliches Forum für ihre Anliegen wollen - und in Zeiten von
Belastungspaketen, die die soziale Situation von Frauen drastisch verschlechtern, brauchen.
Ein wesentlicher inhaltlicher Bereich in [sic!] ist daher die Auseinandersetzung mit verschiedensten Berufswelten und Lebenszusammenhängen von Frauen: alleinerziehende / verheiratete / lesbische / Arbeiterinnen / Angestellte / Erwerbslose / Studentinnen / Akademikerinnen / Freiberuflerinnen / "neue" Selbständige. Besonderes Augenmerk wird auf die Situation von Migrantinnen gelegt.
Internationale Frauenforschung, feministische Wissenschaft und Auseinandersetzung mit wirtschafts-, sozial- und kulturpolitischen Themen sowie die Präsentation künstlerischer Produktivität von Frauen in allen Bereichen der Kunst: All dies macht das inhaltliche Spektrum von [sic!] aus. Und [sic!] ist sich und ihren Leserinnen - auch unter zunehmend schwierigen Bedingungen - treu geblieben. Wie auch umgekehrt. Mit jedem gekauften Heft, mit jedem verlängerten und neuen Abonnement wird für [sic!] und das, wofür diese Zeitschrift steht, eingetreten.
Im Zusammenhang mit der österreichischen Frauenbewegung und anderer, älterer feministischer Zeitschriften, ist [sic!] als Streitforum im besten Sinne bekannt und hat eine Lücke im feministischen Printmedienbereich geschlossen: nicht nur bezüglich der Konzeption als Medium, das mit hohem Anspruch an inhaltliche, stilistische, optische Qualität produziert wird, sondern hinsichtlich der inhaltlichen Ausrichtung: que(e)r - auch zum feministischen Mainstream.
[sic!] steht daher zwischen Kunst, Wissenschaft, Politik und setzt auf Schreiben als Widerstandsform und Förderung kritischer Meinungsbildung und qualifizierter Berichterstattung. Mehr als 300 Autorinnen aus dem internationalen Kontext haben bisher in [sic!] publiziert.
Solidarität, Neugierde, ideelle und finanzielle Hilfe braucht [sic!], um bleiben zu können, was sie ist: ein Forum für feministische GangArten, in dem profund gedacht wird, wo Ideen, Bedürfnisse, Arbeit von Frauen sichtbar gemacht werden und zum gemeinsamen politischen Handeln motivieren.
Mag. Susanne Hochreiter (Univ. Ass. am Institut für Germansitik/Universität Wien)
Redakteurin von [sic!]Forum für feministische GangArten